Dekane und Prälatin des Sprengels Ulm für Ermöglichung einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare im Gottesdienst

Bei der Klausur des Sprengels Ulm haben sich Dekane und die Prälatin dafür eingesetzt, bei der negativen Entscheidung der Landessynode nicht stehenzubleiben, sondern auf eine Lösung hinzuarbeiten:

Einwurf aus dem Sprengel Ulm zur Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in einem Gottesdienst

Wir würdigen den Einsatz für die Ermöglichung einer Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in einem Gottesdienst und bedauern, dass die nötige 2/3 Mehrheit nicht zustande gekommen ist.
Mit dieser Entscheidung ist die damit verbundene theologische und gesellschaftliche Herausforderung nicht gelöst. Sie muss uns auf allen Ebenen der Landeskirche weiterbeschäftigen.
Die Reaktionen Betroffener zeigen, wie tief gleichgeschlechtliche Paare von dieser Entscheidung enttäuscht und verletzt sind.
Die derzeitige Regelung lässt Gemeinden, Pfarrerinnen und Pfarrer keinen Raum für ihre Gewissensentscheidung, gleichgeschlechtliche Paare in einem Gottesdienst zu segnen.
Als Dekane und Dekanin wissen wir uns selbstverständlich an die Ordnung der Landeskirche gebunden. Aus diesem Grund bitten wir dringend, auf der Basis des vorgelegten Entwurfes des Oberkirchenrats eine kirchliche Amtshandlung zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren zu entwickeln. Ohne eine öffnende Regelung werden wir auf absehbare Zeit mit einer Fülle von schwerwiegenden Gewissenskonflikten in dieser Sache konfrontiert werden.

Kloster Neresheim, 12.12.2017
Dekanin und Dekane aus der Prälatur Ulm und die Prälatin

Codekan Dr. Gottfried Claß, Friedrichshafen
Dekan Ralf Drescher, Aalen
Dekan Ernst-Wilhelm Gohl, Ulm
Dekan Hellger Koepff, Biberach
Dekanin Ursula Richter, Schwäbisch Gmünd
Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff, Heidenheim
Dekan Frithjof Schwesig, Blaubeuren
Dekan Rolf Ulmer, Göppingen
Prälatin Gabriele Wulz, Ulm