Partnerschaft braucht zwei Hände

Über den Jahreswechsel 2015/2016 machte sich eine 6-köpfige Delegation
aus dem Kirchenbezirk Göppingen unter der Leitung von Annemone Hilsenbeck (Bad Boll) zu einer 3-wöchigen Reise nach Kamerun auf. Weitere Teilnehmer waren:
Werner Banzhaf (Heiningen), Gabriele Keller (Göppingen), Roland Lehr (Göppingen),
Nadine Müller (Göppingen), Erika Schwarz (Rechberghausen).

Mit offenen Armen und großer Gastfreundschaft wurde die Gruppe in Wum empfangen.
Im Zentrum standen Besuche bei vielen Kirchengemeinden, Feiern von gemeinsamen Gottesdiensten und Begegnungen mit den verschiedenen kirchlichen Gruppen wie
Frauengruppen, Männergruppen, Jugendgruppen und der Sunday School.
Die Delegationsgruppe konnte an einer Sunday School Rallye teilnehmen, an
welcher die Kinderkirchgruppen des Raumes Wum ihr Können in einem
Wettbewerb unter Beweis stellten.
Besucht wurden auch Projekte, welche von Göppingen unterstützt werden.
Im Canaan Children Project wird für 100 Waisenkinder das Schulgeld bezahlt.
Die zuverlässige Wasserversorgung für das Health Center in Weh wurde mit Göppinger Hilfe ermöglicht. Die Unterstützung des Health Centers soll in den nächsten Jahren
verstärkt werden.
Im Eyeglasses Project wurden Kinder augenärztlich untersucht und
mit passenden Brillen versorgt.
Durch das Palmölplantagen Projekt konnten bereits Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Plantage wurde durch ein Farmhaus ergänzt. Die Produktion von Palmöl wurde weiter gesteigert.
Weitere Arbeitsplätze werden durch ein Bäckerei- und ein Schneiderei Projekt
geschaffen.
Im zweiten Jahr beteiligt sich die Partnerschaft mit einer Stelle im Rahmen des
Ökumenischen Freiwilligen Programms (ÖFP) der EMS. Ein Freiwilliger
arbeitet für ein Jahr an der Internat Schule der PCC in Wum mit.
„Partnerschaft braucht zwei Hände“ sagt Edward Cheng, der die Leitung der Partnerschaft auf kamerunischer Seite in den Händen hält.
Moses Nchoto Shu, der Dekan des Kirchenbezirks, betonte immer wieder, wie
bedeutsam die Partnerschaft und die Solidarität für die Menschen im Kamerun ist.
Sehr erfreulich ist auch, dass die HIV/AIDS Rate in den letzten 10 Jahren von 12% auf
6 % sich halbierte. Grund ist hierfür die verbesserte Aufklärung und die Versorgung
mit antiretroviralen Medikamenten. Auch Malaria ist weiter zurück gegangen.
Der Göppinger Kirchenbezirk freut sich schon auf den Besuch der Kameruner Delegation
in zweieinhalb Jahren.

Werner Banzhaf

Aussendung der Delegation für die Partnerschaftsreise Menchum

Es ist mal wieder so weit.

Am 28.12.2015 wird eine sechsköpfige Delegation nach Wum in Kamerun aufbrechen, um den dortigen Partnerbezirk Menchum der Presbyterian Church in Cameroon (PCC) für 18 Tage zu besuchen. Es handelt sich dabei bereits um die
achte Delegationsreise der seit 36 Jahren bestehenden Partnerschaft.

In der Herbstsynode am 16. November 2015 stellte Dekan Ulmer die Delegationsmitglieder vor und entsandte sie mit dem Segen Gottes:

Annemone Hilsenbeck , Bad Boll, Leitung der Delegation

Werner Banzhaf, Heiningen

Gabriele Keller, Göppingen

Roland Lehr, Göppingen

Nadine Müller, Göppingen

Erika Schwarz, Rechberghausen

Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Die Visa sind besorgt und die nötigen Impfungen abgeschlossen. Die letzten Besorgungen werden noch erledigt.

Auch auf kamerunischer Seite sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die Göppinger Gäste und die Begegnungen mit ihnen werden dort schon mit Spannung und Vorfreude erwartet.

Im Mittelpunkt dieser Reise werden die vielfältige kirchliche Arbeit im kamerunischen Partnerbezirk und das gemeinsame Feiern lebendiger Gottesdienste stehen. So wird die Delegation Kirchengemeinden im Bezirk Menchum und deren Einrichtungen wie Sunday-School, Frauen-, Männer- und Jugendarbeit sowie kirchliche Schulen, aber auch staatliche Einrichtungen, Betriebe und traditionelle Stammesführer besuchen. Außerdem wird es Besichtigungen und Gespräche zu Projekten geben, welche vom Göppinger Kirchenbezirk unterstützt werden: Das Aids-Waisen-Projekt „Canaan Children-Project“, das Gesundheitszentrum in Weh, die Palmölplantage bei Benakuma oder das Eyeglasses-Project für CCP-Kinder und –Jugendliche.

Der Delegation werden sich Ingrid und Leon Held aus Eislingen anschließen, um ihren Sohn und Bruder Moritz in Wum zu besuchen, der sich dort seit September 2015 für einen Freiwilligendienst in der Highschool der PCC aufhält.

 

Health-Center Weh

Der Evangelische Kirchenbezirk unterstützt  verschiedene Projekt im Bereich Bildung, Ausbildung und Gesundheit. Nähere Informationen erhalten Sie gerne bei den Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses.

Spenden erbitten wir zur Zeit hauptsächlich für das Health-Center in Weh. Dort sind Reperaturen und Sanierungen der sanitären Anlagen und der Behandlungsräume dringend nötig.

Spendenkonto:

Evangelischer Kirchenbezirkskasse Göppingen
IBAN:  DE63 5206 0410 0000 4005 48
BIC:  GENODEF1EK1  -  Stichwort: Weh

 

 

Partnerschaft mit Menchum-Boyo

Bei der letzten Delegationsreise nach Kamerun

 

Kirchliche Partnerschaft zwischen
dem evangelischen Kirchenbezirk Göppingen und
dem Bezirk Menchum der PCC in Kamerun

Entstehung

Ende der 70er Jahre entwickelten die beiden Pfarrer Gerhard Vöhringer (Göppingen), der eine Zeitlang in Kamerun gearbeitet hatte, und Elias Cheng (Wum) die Idee einer kirchlichen Direktpartnerschaft zwischen den beiden Kirchenbezirken. Mit der ersten Reise einer deutschen Delegation Anfang 1980 begann die praktische Ausgestaltung. Beim Besuch Dez.2005/Jan.2006 wurde mit großem Aufwand das 25jährige Bestehen gefeiert. Bis zu einer Gebietsreform 2012 gab es in Kamerun zwei Teilbezirke: Menchum (Hauptort: Wum) und Boyo (Hauptort: Fundong). Seitdem beschränkt sich die Partnerschaft auf Menchum, Dekanat der Presbyterian Church in Cameroon (PCC) in der englisch-sprachigen Nordwest-Provinz Kameruns.

 

Lebendige Verwirklichung

Hauptbestandteil der Partnerschaft sind die regelmäßigen, gegenseitigen Besuche von Delegationen (5 – 7 Personen). Im Abstand von fünf Jahren fährt eine Göppinger Gruppe nach Weihnachten für drei Wochen nach Kamerun (Trockenzeit), zweieinhalb Jahre später kommt eine Gruppe aus Menchum in der Pfingstzeit auch für drei Wochen nach Göppingen (Rhythmus also auch fünf Jahre).

 

 Träger der Arbeit ist in beiden Bezirken je ein Partnerschafts-Ausschuss, der gegenüber den jeweiligen Synoden verantwortlich ist. Die Mitglieder der Delegationen werden vorher gründlich ausgesucht; sie sollten im kirchlichen Leben aktiv sein, verschiedenen Geschlechtern und möglichst auch Altersgruppen angehören. Die Gäste werden privat bei Gastfamilien aufgenommen, in der Regel wechselt der Gastgeber in der Mitte der Besuchszeit. Ein umfangreiches Programm füllt die Tage aus: Besuche bei verschiedenen Gemeinden mit Gottesdiensten, Empfänge bei kirchlichen und kommunalen Repräsentanten, Besichtigungen von besonderen Einrichtungen, Zusammensein mit kirchlichen Gruppen, Beratungen mit Kommissionen, Freizeit mit den Gastfamilien uvm. Wichtig sind jeweils auch ein paar Tage des Rückzugs in engerem Kreis mit geistlicher Besinnung. Den Kameruner Freunden liegt auch an einer Begegnung mit der Basler Mission, Ausgangspunkt ihrer christlichen Prägung.

 

 Ein besonderer Aspekt sind die Projekte, die durch Spenden von Göppinger Christen in Kamerun mitfinanziert werden (mit den Spenden werden auch die Delegations- reisen bezahlt). Lange Zeit waren es v.a. Gebäude (Kirchen, Frauen- und Jugendzentrum, kirchliche Schulen etc.), die gesponsort wurden. Auch Gesundheits- zentren werden gefördert. Mehrere Jahre stand der Aufbau einer Ölpalm-Plantage im Mittelpunkt, die inzwischen Arbeitsplätze und eigene Verkaufserlöse ermöglicht. Inzwischen wird (auch durch einen eigenen Förderkreis in Göppingen) etlichen Schülerinnen und Schülern ,die aufgrund von AIDS Halb- oder Vollwaise sind, im Rahmen des „Canaan-Children-Project“ der Schulbesuch finanziert   (www.canaan-children-project.com).

 In den Ostergottesdiensten ist im Kirchenbezirk Göppingen die Kollekte für die Kamerun-Partnerschaft bestimmt. Gleichzeitig werden in diesen Gottesdiensten Fürbitten der jeweils anderen Seite, die vorher ausgetauscht werden, in die Gebete mit aufgenommen.

 

Zielsetzungen

1)    An erster Stelle stehen der geistliche Austausch, die Begegnung in Gemeinschaft, das Feiern der Verbundenheit in der einen, weltumspannenden Kirche, der gemeinsame Glaube mit allen Verschiedenheiten der jeweiligen Ausprägung. Die Gottesdienste mit lebendigen Elementen, das Gespräch in Gruppen, das gegenseitige Lernen und Informieren, das Kennenlernen der unterschiedlichen Strukturen, die Diskussion über theologische, ethische und praktische Fragen – all das bringt Christen einander näher, stärkt sie gegenseitig in sich selbst und in der Partnerschaft. Es ist ein Gefühl der Gemeinschaft und der gegenseitigen Verantwortung entstanden, das weiter wächst.

2)     Daneben steht der kulturelle Aspekt, das Kennenlernen einer ganz  anderen Kultur, einer zunächst völlig fremdartigen Lebensweise, die langsam vertraut wird und nach den Besuchen auch den Mitchristen zuhause vermittelt werden soll. Dazu gehört auch das Leben in den Gemeinden, in den Familien, in den sozialen Einrichtungen. Es finden immer auch intensive Gespräche über die in Kamerun laufenden Projekte statt, über deren Verlauf die Gäste aus Göppingen sich vor Ort ein gründliches Bild verschaffen.

3)    Schließlich ermöglicht die Partnerschaft einzelnen Christinnen und Christen ein nachhaltiges, ihr persönliches Leben und ihr kirchliches Engagement prägendes Erlebnis. Es kommt (nicht nur in den Familien) zu ganz intensiven Begegnungen und oft dauerhaften Freundschaften. Dass der Kreis der Personen, die als Delegations-Mitglied den jeweils anderen Bezirk besucht haben, immer größer wird und sich gleichmäßig auf den eigenen Bezirk verteilt, ist wünschenswert.


Mitglieder des Partnerschaftsausschuss : Werner Banzhaf (Heiningen),  Ursula Gröber (Göppingen),  Annemone Hilsenbeck (Bad Boll) – Vorsitzende, Renate Keim (Bad Boll),  Helmut Klatt (Zell u.A.), Isabell Lay (Zell u.A.), Roland Lehr (Göppingen),  Maria-Katharina Müller (Göppingen),  Hilde Rust (Göppingen),  Erika Schwarz (Rechberghausen)

(Text: Helmut Klatt, Zell u.A.)

 

 

Ihre Kontaktdaten sind:

 

Annemone Hilsenbeck

Kornbergweg 18, 73087 Bad Boll
E-Mail:  an.hilsenbeckdontospamme@gowaway.gmx.de 

 

Materialien zur Partnerschaft finden Sie hier!

 

Der Link zum Aidswaisenprojekt ist hier zu finden.