Vorschläge zur künftigen Zusammenarbeit im Kirchenbezirk

Bis 2030 wird die Landeskirche etwa ein Drittel der Pfarrstellen streichen müssen - das ist dem demografischen Wandel geschuldet. Deshalb lohnt es sich, nicht von Pfarrplan zu Pfarrplan immer weitere Stellenanteile zu streichen, sondern größere Einheiten zu bilden, die auch langfristig lebensfähig sind.

 

 

Dafür wurden bis Herbst 2010 folgende Vorschläge gesammelt (Gemeindegliederzahlen Stand Ende 2009) - teilweise sind diese Vorschläge durch die Beratungen in den Distrikten und im Pfarrplanausschuss überholt. Den aktuellen Diskussionsstand referiert die Seite Protokolle des Pfarrplanausschusses (KBA).

 

Sammlung der Vorschläge:

 

 

Distrikt Nord:

 

 

1. Die Pfarrstelle Hohenstaufen umfasst bisher Hohenstaufen (736) mit Ottenbach (637) und Maitis (305). Ottenbach (637) ist durch Schulwege und die kommunale Zuordnung eher nach Eislingen orientiert als nach Hohenstaufen. Es könnte sinnvoll sein, Ottenbach nach Eislingen (Christuskirche oder Eislingen gesamt) zuzuordnen. Im Gegenzug könnte Wäschenbeuren (1.041) zu Hohenstaufen gehören. Dadurch wäre eine langfristig lebensfähige ganze Pfarrstelle (2.082) gesichert. In Eislingen würde durch den Zugang von Ottenbach die Kürzung aufgrund des Pfarrplans 2011 rücknehmbar (Eislingen Christuskirche 3.509 + Ottenbach 637 = 4.146). Rechberghausen wäre auch ohne Wäschenbeuren eine funktionsfähige Kirchengemeinde; die Zusammengehörigkeit von Wäschenbeuren und Rechberghausen beruht auf heute wenig relevanten historischen Prozessen.

 

 

Stellenkürzung: 50 % (bereits für 2011 Eislingen Christus vorgesehen, würde verlagert)

 

 

2. Adelberg ist seit der Kürzung auf 75 % lange nicht besetzbar gewesen (derzeit Besetzung mit einem Pfarrer zur Anstellung). Es wäre vorstellbar, Adelberg und Börtlingen (ca. 900) zu einer neuen Kirchengemeinde zu verbinden. Dadurch wäre eine - durch die geistliche Prägung verwandte - Gemeinde entstanden, die eine 100% Pfarrstelle ermöglichen würde. Birenbach (ca. 700) könnte sich Rechberghausen anschließen oder bei Börtlingen-Adelberg verbleiben - dies würde eine Besetzung mit 150 % nahelegen.

 

Stellenkürzung: 25 % 

 

Rechberghausen ist mit 1.608 Gemeindegliedern eher klein, ebenso wie Bartenbach (1.653). Die beiden Gemeinden haben ursprünglich zusammengehört. Gibt es eventuell langfristig eine gemeinsame Perspektive? Oder könnte sich gemeinsam mit Birenbach eine Dreierlösung ergeben (drei Gemeinden teilen sich zwei Pfarrer/innen)?

 

3. Adelberg könnte mit Bartenbach und Rechberghausen (ohne Wäschenbeuren) einen Gemeindeverbund bilden. Diese drei Gemeinden haben alle nur eine Predigtstelle; eine Versorgung aller drei Gemeinden wäre auch mittelfristig so möglich. Derzeit wäre eine Besetzung mit 2,5 Pfarrstellen vorstellbar. 

 

Stellenkürzung: 25 %

 

Distrikt West:

 

 

4. Wangen und Oberwälden sind mit 1.506 Gemeindegliedern unterdurchschnittlich groß. Konkrete Vorschläge liegen aber noch nicht vor.

 

 

5. Roßwälden mit Weiler ist mit 1.538 Gemeindegliedern ebenfalls relativ klein. Konkrete Vorschläge liegen noch nicht vor.

 

 

Schlierbach (1.839) und Albershausen (1.871) sind leicht überdurchschnittlich groß. Bünzwangen-Sulpach (1072/555) ist knapp unterdurchschnittlich. Eine Fusion der beiden Gemeinden wird derzeit diskutiert.

Uhingen, Ebersbach (3.122 bei 150 % mit 50 % Diakon), Uhingen (5.397 bei 300 % und 50 % Diakon) und Faurndau (2.593 bei 150 %) sind gleichfalls im "normalen" Bereich - Strukturveränderungen dürften erst nach 2018 anstehen. 

 

Distrikt Süd:

 

 

6. Jebenhausen (1.552) und Hattenhofen (1.563) sind mittelfristig kürzungsgefährdet. Es könnte Sinn machen, die 50%-Pfarrstelle in Bezgenriet (693) zu streichen und die Wohnbezirke Bezgenriets als Seelsorgebezirke den  beiden Nachbargemeinden zuzuschlagen, die Bezgenriet weiter versorgen könnten. Dazu gibt es Diskussionsbeiträge.

Die Kirchengemeinde Bezgenriet kann sich zum einen vorstellen, den beiden Nachbargemeinden Kooperationen anzubieten, zum anderen ist sie aber auch bereit, ihre 50% Stelle in einen Gemeindeverbund Bezgenriet-Hattenhofen-Jebenhausen einzubringen. Näheres dazu hier.

 

7. Alternativ wurde von der Kirchengemeinde Jebenhausen vorgeschlagen, Bezgenriet vollständig Jebenhausen zuzuordnen. Dafür spricht die kommunale Zuordnung (beide Orte gehören zu Göppingen). Dagegen spricht, dass damit Hattenhofen nicht geholfen ist. 

 

 

Stellenkürzung: 50 %

 

 

Distrikt Süd/Distrikt Ost:

 

 

8. Eschenbach (Distrikt Süd, 1.110) ist akut kürzungsgefährdet. Schlat (Distrikt Ost, 990) ist bereits auf 75 % gekürzt worden. Manzen-Ursenwang (Distrikt Ost, 1.346) ist ebenfalls kürzungsbedroht. Es könnte sinnvoll sein, die drei Gemeinden durch zwei Pfarrstellen zu versorgen. Diese könnten in Schlat und Eschenbach lokalisiert werden, die Gemeindebereiche Manzen und Ursenwang würden als Seelsorgebezirke von Schlat bzw. von Eschenbach versorgt. Die Geschäftsführung der Kirchengemeinde Manzen-Ursenwang könnte in Schlat liegen.

 

 

Stellenkürzung: 75 %

 

9. Eschenbach kooperiert seit langer Zeit mit Heiningen. Auch die kommunalen Verbindungen sprechen für ein Zusammengehen. Dabei wäre eine Stellenkürzung auf insgesamt 1,5 Stellen + Diakonenstelle zu prüfen.

 

 

Stellenkürzung: 50 %

 

 

Zell (2.041), Boll (2.453) und Heiningen (2.356) gehören zu den größen Einzelgemeinden des Bezirks (Boll und Heiningen haben jeweils eine 50 % Diakonenstelle). Dürnau (995) und Gammelshausen (661) liegen im knapp unterdurchschnittlichen Bereich.

 

 

Distrikt Ost:

 

 

10. Holzheim (1.261) und St. Gotthardt (216) haben derzeit eine Pfarrstelle (1.477). Dies ist zahlenmäßig an der Untergrenze. Lässt sich eine Verbindung mit Manzen-Ursenwang (s.o.) oder Göppingen Martin-Luther-Gemeinde vorstellen? Gesamtbesetzung wäre dann 150 %.

 

 

Stellenkürzung 50 % (Verbindung mit Manzen-Ursenwang) bzw. 25 % (Verbindung mit Göppingen Martin-Luther)

 

 

11. Eislingen Christuskirche (3.509) und Eislingen Lutherkirche (2.637) könnten fusionieren (6.146, mit 50 % Diakon). Zusammen mit Ottenbach wäre eine Besetzung mit 350 % möglich, ohne Ottenbach 300 %.

 

 

Stellenkürzung: 50 % gemäß Pfarrplan 2011 (keine neue Kürzung, nur Umverlagerung)

 

Salach (1.997) gehört zu den großen Einzelgemeinden. Es wurde auch vorgeschlagen, einen großen Verbund mit den beiden Eislinger Kirchengemeinden, Salach und Ottenbach zu bilden.

 

 

Distrikt Mitte:

 

 

12. Göppingen hat bei 8.680 Gemeindegliedern 4,5 Pfarrstellen (Kürzung einer ganzen Stelle 2007). Dies ist in der Summe angemessen. Allerdings gibt es erhebliche Ungleichgewichte innerhalb der Teilgemeinden. Hier ist darüber nachzudenken, ob die kleinen Gemeinden Waldeck (1.088 bei 75 %) und Martin-Luther (858 bei 75 %) langfristig nicht wieder in einer oder zwei größeren Einheiten aufgehen sollten (Reusch 2.103 mit Diakonin, Stadtkirche Oberhofen 4631 bei 200 %).

 

 

Stellenkürzung: keine (2007 100 %)