Protokoll 29. November 2016

§ 4

 

Pfarrplan 2024

Erstberatung PfarrPlan 2024

 

Vorstellung einiger Vorschläge zur (Tischvorlage)

Übersicht über mögliche Berechnungen der Stellenkürzungen (Tischvorlage)

 

Dekan Ulmer führt anhand der Tischvorlagen in das Thema PfarrPlan 2024 ein und möchte in dieser ersten Lesung einige Vorschläge vorstellen und die Vorgehensweise zur Durchführung diskutieren. Die Berechnungsgrundlage des Kürzungsvolumens sind die Gemeindegliederzahlen vom 31.12.2016.

 

Kürzungsvolumen:

·         Es ist davon auszugehen, dass etwa fünf Pfarrstellen gekürzt werden

 

Vorschläge zum Kriterienkatalog:

·         Berücksichtigung von Umpfarrungen

·         Berücksichtigung zweiter Predigtstellen

·         Einberechnung von Diakonenstellen – wurde schon beim letzten PfarrPlan kritisch diskutiert. Eine Stellungnahme des Gemeindediakonatsausschusses wird eingeholt

·         Härtefallklausel (z.B. in Schlat und Adelberg wurde schon zweimal gekürzt), führt es zu Härte für andere Gemeinden

 

Diskussion:

·         Transparenz ist besonders wichtig, deshalb werden alle Unterlagen in der Homepage veröffentlicht. Auch in Gemeindebriefen sollen Informationen veröffentlicht werden

·         „Wandervakatur“, ist bei fünf Stellen, die wegfallen, nicht praktikabel

·         Ziel muss es sein, möglichst viele 100%-Stellen zu erhalten, dazu einige 50%-Stellen und möglichst keine 75%-Stellen

·         Religions- und Konfirmandenunterricht können gabenorientiert in der Pfarrerschaft eines Zusammenschlusses verteilt werden.

·         Die Planungen weitreichend denken: alle Lösungen sollten so gestaltet werden, dass sie auch noch 2030 funktionieren

·         Stellen in der Verwaltung z.B. Kirchenpflege und Sekretariat aufstocken, wobei die Landeskirche sich an diesen Kosten bislang nicht beteiligt. Dies ist nicht gerecht, da die Landeskirche durch die zurückgehenden Pfarrerzahlen Geldmittel einspart.

·         Laien dürften in den nächsten Jahren eine größere Rolle bekommen.

·         Bringen Verbundkirchen Vorteile – als Alternative zu Fusionen oder der Bildung von Gesamtkirchengemeinden?

·         Aus einigen Bezirken der Landeskirche gibt es Widerstand gegen den PfarrPlan. Allerdings würde ein Aussetzen des PfarrPlans vor allem in ländlichen Regionen zu massiven Vakaturen führen, wohingegen der Bereich um Stuttgart oder Tübingen profitieren würde

·         Zum nächsten KBA sollen die Landessynodalen eingeladen und über die Pläne der Landeskirche befragt werden

 

KBA-Protokoll 31.1.17

§ 2

PfarrPlan 2024

Gespräch mit den Landessynodalen im Kirchenbezirk:

 Dekan Ulmer begrüßt die Vertreter in der Landessynode Anita Gröh, Michael Schneider und Werner Stepanek und dankt ihnen für ihre Bereitschaft, über die aktuellen Entwicklungen beim PfarrPlan 2024 zu informieren.

 

Pfarrer Michael Schneider stellt anhand einer ppt-Präsentation die wichtigen Eckpunkte des PfarrPlan 2024 vor, der in der gestrigen Sitzung des Strukturausschusses beschlossen wurde:

 

1)          Zielzahlen PfarrPlan

2)          Entlastungspakete

3)          Optimierung Verwaltung

4)          Projekt integrierte Beratung

5)          Modell Verbundkirchengemeinde

6)          Strukturfonds

 

1. Zielzahlen PfarrPlan

Insg. 45 Stellen weniger müssen gekürzt werden als zuerst angenommen

à   15 „alternative Zugänge“

à   15 Stellen Zielstellenplan

à   15 Beauftragungen im Ruhestand

 

2. Entlastungspakete

Flexibilisierungs-, Entlastungs- und Sicherungspaket 2020-2034

Der Rückgang der rechnerisch Vollbeschäftigten im Pfarrdienst soll durch die Optimierung der Verwaltung und durch den Ausbau von Stellen in der Gemeindediakonie und im Religionsunterricht abgefedert werden.

 

3. Optimierung Verwaltung

Die Optimierung der Verwaltung erfolgt durch den Ausbau von 10 Stellen im Personalwesen und der Schaffung weiterer Dienstleistungszentren.

 

4. Projekt integrierte Beratung

Ein Team aus Architekten, Verwaltungsbeamten, Juristen, Pfarrer und ausgebildeten Gemeindeberatern suchen gemeinsam mit Kirchengemeinden nach Strategien und Lösungen in drei Bereichen:

1)    Bei der Zusammenarbeit der Kirchengemeinden

2)    In der Ausgestaltung des Pfarrdienstes zu mehr Kooperation, gabenorientiertem Arbeiten und neuen Geschäftsordnungen

3)    Bei der Ausarbeitung von finanzierbaren und attraktiven Immobilienkonzeptionen Informationen unter www.spi-beratung.de

 

5. Modell Verbundkirchengemeinde

Das Modell bietet die Möglichkeit die Gremien- und Verwaltungsarbeit, Gottesdienstordnung

und Pfarrstellenbesetzung mehrerer selbstständig bleibender Kirchengemeinden im Verbund zu organisieren sowie haupt- und ehrenamtliche Kräfte zu schonen. Wurde bereits ausgiebig im Bezirk kommuniziert und diskutiert

 

6. Strukturfonds

Der Strukturfonds beinhaltet finanzielle Mittel für Kirchengemeinden zur konkreten Unterstützung des Pfarrdienstes. Beispielsweise durch Aufstockung von Sekretariatsstunden, Schaffung von Gemeindebüros o.ä. In der Diskussion sind:

-                 15 Mio. Euro in 2018

-                 15 Mio. Euro in 2021

Neue Verteilgrundsätze, nicht über Biberacher Tabelle (was vor allem Stuttgart genutzt hätte) sondern pro Gemeindeglied.

 Der PfarrPlan 2024 muss bei der nächsten Tagung der Landessynode im März 2017 noch bestätigt werden.

 Der Kirchenbezirk Göppingen muss nach diesem Beschluss 10,1% einsparen (im Vergleich zu 13,2% im Durchschnitt der Kirchenbezirke), d.h. von derzeit 34,5 Stellen verbleiben 31 Gemeindepfarrstellen.

 Frau Gröh informiert über die Notwendigkeit des neuerlichen PfarrPlans:

 Pastorationsdichte im Vergleich

                        Gmgl.              Pfarrer/innen im G                 Gmgl. Pro Pfarrer/in

1971                2,8 Mio.           1.400 Pfarrerinnen                 2.000 Gemeindeglieder

2017                2,1 Mio.           1.700 Pfarrer/innen                1.700 Gemeindeglieder

2030                1,6 Mio.           1.200 Pfarrer/nnen                 1.800 Gemeindeglieder

 

Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in wenigen Jahren in den Ruhestand, d.h. zum einen gehen bis zu 130 Pfarrer/innen im Jahr in den Ruhestand, es kommen aber nur 45 Studierende in den Vorbereitungsdienst dazu. Allerdings verhält es sich bei den Gemeindegliedern ähnlich, d.h. die derzeit hohen Kirchensteuereinnahmen werden sich verringern.

Tendenziell steigend haben Universitäten ein Interesse daran, dass Studierende promovieren und dadurch erstmal nicht in den Pfarrdienst gehen.

Es werden die vorgestellten Informationen diskutiert und festgestellt:

 · Durch den PfarrPlan wird sichergestellt, dass der „Ländliche Raum“ nicht benachteiligt wird.

· Der Bedarf an Seelsorge wird höher, soziale Unterschiede werden größer.

· Ehrenamtliche brauchen mehr Betreuung.

· Aufgaben sind zu optimieren, z.B. in der Verwaltung, Kindergartenbetreuung usw.

· Bisherige Sonderausschüttungen werden vielfach bei der Geldvermittlungsstelle „geparkt“ und nicht für die Gemeindearbeit eingesetzt. Es ist künftig von einer schwächeren Konjunktur auszugehen, was die Einnahmen deutlich verringern wird.

· Transparenz gegenüber den Gemeindegliedern hat hohe Priorität.

· Von der Landessynode und der Landeskirche wurde der PfarrPlan 2024 gut vorbereitet

· Ein Plan für die Kriterien des Kirchenbezirks zur Umsetzung des PfarrPlans 2024 sind festzulegen.

· Neu: 50% Stellen dürfen keine Geschäftsführung mehr haben (z.B. Adelberg oder Eschenbach). Während des PfarrPlan-Prozesses könnte es längere Vakaturen geben, da Stellenwechsel wegen Unsicherheiten aufgeschoben werden.

· Verbundkirchengemeinden in den Blick nehmen z.B. Faurndau, Wangen, Oberwälden. Akzeptanz dafür schaffen.

· Kirchengemeinden haben kein „Bezirksbewusstsein“ – mein Kirchturm, meine Gemeinde …

· Pfarrstellen attraktiv machen –Verwaltungsaufgaben usw. mindern zugunsten der Kernaufgaben Kasualien – Seelsorge – Gottesdienste – Religionsunterricht.

· Problem der Zukunft sind die nicht vorhandenen Bewerber/innen für den Pfarrberuf, deshalb den Beruf attraktiver machen durch Familienfreundlichkeit, alte Strukturen verändern, Innovative Ideen umsetzten usw.

· Mehr Zusammenarbeit im Distrikt, Begabtenaufgaben, Teampfarramt, größere Flexibilität, mehr Kreativität ist gefordert/gefördert.

 Dekan Ulmer dankt den Landessynodalen für ihr Kommen und die Bereitschaft den PfarrPlan 2024 vorzustellen.

 Das weitere Vorgehen sieht vor, sich über die Kriterien für den Kirchenbezirk zu verständigen bezugnehmend auf die Kriterien der Landeskirche. Mit den Gemeinden und Distrikten ins Gespräch kommen und vermitteln in großen Verbünden zu denken.

 Weitere Information sind unter http://www.ev-kirche-goeppingen.de/dekanatkirchenbezirk/pfarrplan-2024/kba-beratungsunterlagen/ hinterlegt.

 

 

KBA-Protokoll 7.3.17

§ 6 PfarrPlan 2024

6.1       Diskussion und Beschlussfassung über die Kriterien für den Grundaufwand

Dekan Ulmer stellt die neu erarbeiten Listen zur, in der letzten KBA-Sitzung zurückgestellten Entscheidung über das Kriterium Grundaufwand, vor

Vier Varianten werden zur Diskussion gestellt:

Modell 1:  geht von den Kriterien des PfarrPlans 2018 aus, die sind modifiziert durch eine

Erhöhung des Ansatzes für die Kindergartengruppen, den Wegfall der Pflegeheime und die Anrechnung von Diakoniestationen ausschließlich bei Kirchengemeinden, die Trägerinnen der Diakoniestationen sind. Der Grundbedarf ist bei größeren Gemeinden höher angesetzt als bei kleinen. Der Gemeindegliederfaktor ist 3,58.

Modell 2:  lässt den Grundaufwand ganz weg, die anderen Kriterien bleiben. Der Gemeindegliederfaktor steigt auf 4,83.

Modell 3:  rechnet für jede Gemeinde, gleich welcher Größe, einen Grundbedarf von 30 %.

                 Für weitere Predigtstellen werden 10 % kalkuliert. Der Gemeindegliederfaktor sinkt

                 auf 2,86.

Modell 4:  stellt die Zahl der Gottesdienstorte an die Stelle eines Grundaufwands (Erklärung im verlinkten Dokument).

 

Beispielgem.

Eigenschaften

Modell 1

Modell 2

Modell 3

Modell 4

 

 

Kriterien 2018

ohne Grundaufwand

einheitlicher Grundaufwand

Gottesdienstorte

Albershausen

Einzelgemeinde

74,07

79,695

77,19

76,33

Dürnau-Gammelshausen

kürzlich fusionierte Doppelgemeinde

80,4542

74,8167

104,3014

82,2698

Eislingen

große Gemeinden auf dem Weg zueinander

314,096

325,596

275,032

306,024

Uhingen

große Gemeinde, viele Predigtstellen

250,5132

254,9382

243,4044

263,1908

Göppingen

Gesamtkirchengemeinde

410,3546

413,9421

378,5682

390,0574

 

 

 

 

 

 

 Es wird beschlossen, aus den vier vorgelegten Modellen für den Grundbedarf der Gemeinden nur noch zwei zu verfolgen:

 1. Das Modell mit den Kriterien des PfarrPlans 2018, das von einem nach Gemeindegröße

gestaffelten Grundbedarf der Gemeinden ausgeht

 2. Ein modifiziertes Modell nach Gottesdienstorten - dabei sollen Gottesdienstorte für Gemeinden

unter 400 Mitgliedern unberücksichtigt bleiben.

6.2       Perspektive PfarrPlan 2030 – kreativer Versuch einer Einschätzung möglicher Strukturen

 

Dekan Ulmer hat ein „Planspiel“ vorbereitet, hier werden die angenommenen Zielzahlen des PfarrPlans 2030 mit Spielfiguren auf der Landkarte des Kirchenbezirks von den Mitgliedern des KBA verteilt.

Als Vorarbeit für die Erstellung des PfarrPlans 2024 wurde ein Entwurf für den PfarrPlan 2030 erarbeitet, um die Umsetzbarkeit von Pfarrstellenzuordnungen auf längere Frist zu bedenken. Dabei geht man von einer Verringerung der Gemeindegliederzahl um 10 % aus und von einer Verminderung der Pfarrstellenzahl um 5 Stellen.

Dekan Ulmer weist darauf hin, dass es keinesfalls darum gehen solle, einen PfarrPlan 2030 zu beschließen, sondern nur darum, eine Einschätzung zu bekommen, welche Formen der Zusammenarbeit 2030 möglich sein werden. Dadurch soll verhindert werden, dass im PfarrPlan 2024 Beschlüsse gefasst werden, die schon im PfarrPlan 2030 Makulatur sein werden.

Ergebnis des Planspiels (siehe Grafik im Protokoll oben):

 

Das führt dazu, dass viele Gemeinden nicht mehr eine eigene Pfarrstelle haben werden, sondern sich mit anderen Gemeinden verbinden müssen - beispielsweise über eine Fusion, die Bildung einer Verbund- oder Gesamtkirchengemeinde.

Ungeklärt blieb dabei die Zuordnung der Gemeinden Holzheim und St. Gotthardt - sie könnten sich entweder Eislingen/Salach oder Göppingen anschließen. Auch die Hochschulseelsorgestelle ist in diesem Entwurf noch nicht berücksichtigt.

 

6.3       Erarbeitung eines Vorschlags für den PfarrPlan 2024

Der PfarrPlan 2024 wird fünf Pfarrstellen mehr beinhalten als diese Skizze. In der nächsten KBA-Sitzung soll versucht werden, nach einem Beschluss über das Kriterium "Grundbedarf" einen Entwurf für den PfarrPlan 2024 zu erarbeiten, der dann in den Distrikten diskutiert werden soll.

6.4       Verabredungen über das weitere Vorgehen

 

Siehe § 6.3