Leben und Glauben

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Jahreslosung 2018

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst (Offenbarung 21, 6b)

Vor vielen Jahren verbrachte ich mit meiner Familie den Sommerurlaub auf der griechischen Insel Naxos. Naxos gilt eigentlich als grüne Insel, da sie verhältnismäßig üppig bewachsen ist. In diesem Jahr war es aber sehr trocken. Viele Bäche waren ausgetrocknet, das Gras war verdorrt. Büsche und Bäume zeigten alle Symptome des Wassermangels.

 

Doch einmal kamen wir auf einer Fahrt über die Insel in eine Talsenke, in der es ganz anders aussah: die Bäume waren voll mit grünen Blättern, selbst frisches Gras wuchs im Tal. Viele Vögel zwitscherten, die Gegend war voller Leben. Die Ursache wurde uns durch ein Schild an Straßenrand auch gleich angezeigt: „Pros Piji“ stand da – „zur Quelle“. Tatsächlich entsprang da unten eine Quelle und versorgte ihr Umfeld üppig mit Wasser. An ihr lag es, dass alles so üppig gedieh!

 

Wovon leben wir? Ohne Wasser gibt es kein Leben. Die Menschen in den Trockenregionen der Welt wissen das nur zu gut. Deshalb hat auch die aktuelle Kampagne von Brot für die Welt das Thema „Wasser“ im Mittelpunkt. Menschen sollen Zugang zu sauberem Wasser bekommen, zum Trinken, zum Waschen, zum Gießen. Durch den Bau von Brunnen, Leitungssystemen und Wasserspeichern sollen Menschen das lebenswichtige Nass bekommen.

 

Weil Wasser so wichtig ist, steht es im übertragenen Sinn auch für anderes, was lebensnotwendig ist. Gottes Versprechen „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ kann sagen: Ich will denen beistehen, die nach Lebenssinn suchen. Will denen nahe sein, die sich danach sehnen, dass sie jemand annimmt, wie sie sind. Mit all ihren Grenzen und Schwächen, mit ihrer vielfach gebrochenen Lebensgeschichte. Gott will denen helfen, die nicht mehr weiterwissen in ihrem Leben und nach Orientierung suchen. Er will denen lebendiges Wasser schenken, die nichts dafür geben können: keinen starken Glauben, kein vorbildliches Leben. Nur leere Hände und das Bedürfnis, den Lebensdurst gestillt zu bekommen.

 

Wir sind eingeladen, von diesem lebendigen Wasser zu trinken. In den Gottesdiensten der Gemeinden, in Andachten, in kirchenmusikalischen Veranstaltungen, in der persönlichen Bibellese, im Gebet. Gott selbst lädt ein – und er stillt den Durst nach Leben!

 

Dekan Rolf Ulmer, Göppingen

Mehr zur Jahreslosung

Prälatin Gabriele Wulz geht in ihrem Neujahrsbrief ebenfalls auf die Jahreslosung ein. Er ist hier zu finden.

 

Weitere Materialien zur Jahreslosung finden sich auf der Seite Jahreslosung.info, die vom Landesjugendwerk betrieben wird.