Kirchliche Trauung

 

Einige Fragen und Antworten zur kirchlichen Trauung

  

Reicht nicht auch schon die standesamtliche Trauung?

Rechtlich gesehen ist die standesamtliche Trauung für eine Ehe ausreichend. Christen legen jedoch Wert darauf, darüber hinaus einen Gottesdienst anlässlich ihrer Eheschließung zu feiern. In ihm wird für das Brautpaar gebetet, ein Bibelwort - der Trautext - wird ausgelegt, und die beiden sprechen vor Gott ein Ja zueinander und versprechen, einander in Freude und Leid treu zu bleiben. Der Segen für das Brautpaar ist in der kirchlichen Trauung ebenfalls wichtig.

 

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?

Das wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht in der Regel die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch Bilder zu machen. Wenn es erlaubt ist, wird meistens darum gebeten, dass eine einzige Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Im Mittelpunkt sollte stets der Gottesdienst und nicht das Fotografieren stehen.

 

Ist es möglich, die Kirche besonders zu schmücken, und kostet das etwas?
Besonderer Blumenschmuck ist in den meisten Kirchen möglich. Alles, was über den bereits vorhandenen Blumenschmuck hinaus geht, müssen Sie selbst bezahlen und meist auch selbst organisieren.

 

Was kostet die Trauung?
Die Trauung ist für Kirchenmitglieder grundsätzlich kostenlos.  Sollten Sie nicht in Ihrer heimischen Kirche heiraten, können aber zusätzliche Kosten entstehen. Das liegt daran, dass jede Kirchengemeinde nur nach der Zahl ihrer eigenen Mitglieder Geld zugewiesen bekommt. Wenn eine Kirche stark von "außen" nachgefragt wird, ist das für die Kirchengemeinde nicht leistbar. Deshalb werden in diesem Fall die Kosten, die der Gemeinde entstehen, den auswärtigen Brautpaaren berechnet. Fragen Sie in diesem Fall den zuständigen Pfarrer oder die zuständige Pfarrerin nach den örtlichen Regeln.

 

Dürfen wir selbst bestimmen, wofür das Gottesdienstopfer bei unserer Trauung verwendet wird?
In vielen Gemeinden ist das möglich. Fragen Sie Ihren Pfarrer oder Ihre Pfarrerin.

 

Wir wollen uns von einem Pfarrer oder einer Pfarrerin trauen lassen, die wir kennen, die aber nicht in der Gemeinde arbeiten, in der die Trauung stattfindet. Ist das möglich?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Sprechen Sie Einzelheiten mit Ihrem Pfarramt vor Ort ab. Aber bedenken Sie: es ist für eine Pfarrerin oder einen Pfarrer ein gewisser Aufwand, eine Trauung an einem weit entfernten Ort zu halten. Mindestens sollten Sie der Pfarrerin oder dem Pfarrer die Fahrkosten ersetzen. Und es womöglich auch verstehen, wenn angesichts des Aufwands keine Zusage möglich ist.

 

Wir möchten an einem anderen Ort heiraten, als wir wohnen, weil wir dort feiern möchten. Geht das?

Grundsätzlich ja. Aber es gibt besondere Orte, die sehr begehrt sind, weil dort eine beliebte Gaststätte oder Hochzeitslocation ist. Im Kirchenbezirk Göppingen trifft das beispielsweise für Adelberg, Faurndau und Salach zu. Deshalb werden die Pfarrerinnen oder Pfarrer dieser Orte nicht in der Lage sein, auswärtige Paare zu trauen. Sie werden deshalb darum gebeten werden, die Pfarrerin oder den Pfarrer Ihres Heimatortes (oder eine andere Pfarrperson, mit der Sie verbunden sind), mitzubringen. Da die Gemeinde für die Kirche, Mesner und Organist Kosten hat, müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen diese Kosten berechnet werden.

 

Können wir Tag und Uhrzeit der kirchlichen Trauung wählen?
In den Kirchengemeinden gibt es unterschiedliche Regelungen. Teilweise sind bestimmte Zeiten für Trauungen festgelegt, in anderen Fällen können die Termine frei abgestimmt werden. Auf jeden Fall sollten sie den Termin frühzeitig mit Ihrem Gemeindebüro und dem Pfarrer oder der Pfarrerin absprechen. In der Karwoche und an einigen Festtagen sind keine Trauungen möglich.

 

Wir sind beide nicht in der Kirche. Können wir uns kirchlich trauen lassen?
Nein, das ist nicht möglich. Wenn der Wunsch nach einer kirchlichen Trauung Grund ist, über den Eintritt oder Wiedereintritt in die evangelische Kirche nachzudenken, finden Sie hier weitere Informationen.

 

Nur einer von uns ist in der Kirche. Können wir uns kirchlich trauen lassen?
In der Regel setzt eine evangelische Trauung die Kirchenmitgliedschaft beider Ehepartner voraus. Gehört einer der Ehepartner der evangelischen, der andere Ehepartner einer anderen christlichen Kirche an, kann an der evangelischen Trauung auch ein Geistlicher oder eine Geistliche der anderen Konfession beteiligt werden.

Ist einer der beiden nicht in der Kirche, ist eine kirchliche Trauung nach Absprache mit der zuständigen Pfarrerin oder Pfarrer möglich. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit ihr oder ihm auf.

 

Kann man einen Gottesdienst anlässlich einer Jubelhochzeit feiern?
Ja, es gibt kirchliche Formen, um ein solches Fest - zur Silberhochzeit, Goldenen Hochzeit usw. -  zu feiern. Das kann eine schöne und würdige Möglichkeit sein, an Ihre kirchliche Trauung zu erinnern. Fragen Sie in Ihrem Pfarramt nach.

 

Gibt es eine ökumenische Trauung?
Eigentlich nicht. aber wenn ein Partner evangelisch, und der andere katholisch ist, kann entweder ein evangelischer Gottesdienst mit Beteiligung eines katholischen Priesters oder ein katholischer Gottesdienst mit Beteiligung eines evangelischen Pfarrers bzw. einer Pfarrerin gefeiert werden. Umgangssprachlich wird dies "ökumenisch" genannt.

 

Können auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten?Die Ordnungen der Landeskirche sehen bisher eine kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare nicht vor. Dennoch ist es im Kirchenbezirk Göppingen möglich, einen Segnungsgottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare zu feiern. Wenn Sie daran Interesse haben, wenden Sie sich bitte an Dekan Rolf Ulmer. Er hat seine Position in einem Artikel für das Evangelische Gemeindeblatt in Württemberg eindeutig formuliert.