Passionsandacht in der Stiftskirche in Bad Boll

Passion und Mitleiden, Schmerz spüren und Trauer zulassen, Hoffen und Auferstehen. Die Kamerun-Partnerschaft Kirchenbezirk Göppingen hat in einer berührenden Passionsandacht in der Stiftskirche Bad Boll dem Leiden der Partner in Menchum gedacht: Informieren, Beten, Schweigen, Singen und Unterschreiben für Frieden und Gerechtigkeit in Kamerun.

Danke an Familie Hilsenbeck und Pfarrer Schart, Bad Boll und an die Mitglieder im Partnerschaftsausschuss des Kirchenbezirks. Aktuelle Informationen zur Lage im Land und im Partnerschaftsbezirk Menchum auf: www.BrennpunktKamerun.org

Partnerschaften - Kein Kontakt mehr ins Kriegsgebiet

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Kamerun sind ganze Dörfer niedergebrannt, Menschen getötet und vertrieben worden. Hier wurde im November 2017 das Dach einer Schule in Bafut, der nordwestlichen Region mit der englisch-sprechenden Minderheit Kameruns, angezündet. AFP/Getty Images

Partnerschaften

Kein Kontakt mehr ins Kriegsgebiet - Gemeinden mit engen Verbindungen nach Kamerun schlagen wegen des Bürgerkriegs im Westen des Landes Alarm – und finden bei Kirchenleitungen und in der Politik wenig Gehör. Nun fordert eine Unterschriftenaktion in den Kirchen, mehr Druck auf Kameruns Regierung auszuüben. 30. April 2019 Katja Dorothea Buck
https://www.welt-sichten.org/artikel/36084/kein-kontakt-mehr-ins-kriegsgebiet?fbclid=IwAR33t6reLPvuJyFJ_6VT_ZLhlxUlguS7VaBBd1AORhKRMsWORFlYkXG_QTY
„Wir haben kaum noch Kontakt zu unseren Partnern im Bezirk Menchum“, sagt Annemone Hilsenbeck vom Partnerschaftsausschuss des evangelischen Kirchenbezirks Göppingen. Wie zehn andere Kirchenbezirke in Baden und Württemberg pflegen die Göppinger seit Jahrzehnten Beziehungen zu Gemeinden in Kamerun. „Von den 40 Kirchengemeinden in Menchum existieren meines Wissens nur noch zwei oder drei“, sagt Hilsenbeck, die im November 2017 zum letzten Mal in Kamerun war. Viele Dörfer seien niedergebrannt, die Menschen umgekommen oder geflohen. Mails kämen nicht mehr sicher an und würden wohl auch zensiert. Das einzige, was noch funktioniere, sei ein Messenger-Dienst. Über den bekommt Hilsenbeck immer wieder Videos zugespielt, die das Ausmaß der Gewalt im Westen Kameruns zeigen. Hier im anglophonen Landesteil herrscht ein Bürgerkrieg, in dem bisher 2000 Menschen getötet und eine halbe Million zu Flüchtlingen geworden sind. Hintergrund ist der harte Kurs der Regierung von Paul Biya für eine nationale Einigung, für nur eine Amtssprache und ein einheitliches Bildungssystem. Im Herbst 2016 löste die Anordnung, dass im Gebiet der anglophonen Minderheit auch Schuldirektoren und Richter nur auf Französisch kommunizieren, Proteste aus, die der Präsident gewaltsam niederschlagen ließ. Dann radikalisierten sich Teile der Bewegung, die seit Jahren eine Autonomie des anglophonen Teils anstrebt, verlangten einen eigenen Staat und griffen zu den Waffen. Seither kommt es immer wieder zu Massakern und Gewaltexzessen gegen die Bevölkerung.

Unterschriftenaktion gestartet

Auch Steffi Feiler vom Partnerschaftsausschuss des Kirchenbezirks Öhringen bekommt immer wieder Videos aus Kamerun, nach denen sie nicht mehr schlafen könne. Seit
Jahrzehnten ist sie mit Freunden im District Batibo verbunden und hat in Kamerun ein Patenkind. Das letzte Mal war sie 2015 dort. „Wir hatten viele Jahre lang einen wechselseitigen, lebhaften Austausch“, erzählt Feiler. Noch im November 2016 seien Partner in Deutschland gewesen. Unter Tränen habe damals eine Vertreterin der Frauenarbeit berichtet, dass die anglophone Jugend wegen der Sprachpolitik keine Zukunftschance habe, egal welche Abschlüsse jemand vorweisen könne. Wie viele andere aus der Partnerschaftsarbeit haben sich Feiler und Hilsenbeck an Vertreter in Politik und Kirche gewandt mit der Bitte, sich für Frieden in Kamerun stark zu machen. Doch sie haben keine oder nur lauwarme Rückmeldungen von Oberkirchenräten, Bezirks- und Landessynoden, Bundestagsabgeordneten und Kommunalpolitikern bekommen. „Wir haben das Gefühl, dass unseren Vertretern in Kirche und Politik nicht klar ist, was da passiert. Kamerun hat in Württemberg und in Deutschland einfach keine große Lobby“, sagt Hilsenbeck.
Deswegen hat die Basler Mission Deutscher Zweig (BMDZ) nun eine Unterschriftenaktion gestartet. Die BMDZ, die Teil der Evangelischen Mission in Solidarität ist, unterhält enge Beziehungen zur presbyterianischen Kirche Kameruns und koordiniert die Partnerschaftsarbeit der verschiedenen Kirchenbezirke. „Wir sind auf Bitte der deutschen Vorsitzenden in den Kirchenbezirken tätig geworden“, sagt Johannes Stahl, Referent für Gemeinde- und Partnerschaftsarbeit bei der BMDZ. Seit einigen Wochen liegen in Kirchen und bei Gemeindeveranstaltungen Unterschriftenlisten aus, mit denen einerseits die Bundesregierung aufgefordert wird, sich aktiv für Rechtsstaatlichkeit von Polizei und Militär in Kamerun einzusetzen. Andererseits werden die Kirchenleitungen in Deutschland zu Solidarität mit den Opfern der Krise aufgefordert und dazu, den Druck auf die kamerunische Regierung aufrecht zu erhalten,
die Menschenrechte in den anglophonen Regionen Kameruns zu achten. „Die Kirchen in Deutschland haben viele Möglichkeiten“, sagt Stahl. Akademien könnten zum Beispiel Räume schaffen, in denen Vertreter der Konfliktparteien an einen Tisch gebracht werden könnten. Fachkräfte in Krisenintervention könnten die Gesprächsprozesse begleiten. Die Evangelische Kirche in Deutschland könnte sich bereit erklären, die Flugtickets für solche Veranstaltungen zu zahlen. „Wenn die Kirchen tätig werden, kann auch die Bundesregierung tätig werden“, sagt Stahl und betont, dass die BMDZ nicht eine Seite in dem Konflikt unterstütze, sondern sich für einen gerechten Frieden einsetze. Die Aktion läuft noch bis 1. Juli. Parallel dazu läuft eine Internet-Petition. Die Listen sollen im Sommer an alle wichtigen Regierungsstellen in Deutschland und an alle kamerunischen Zeitungen und Medien geschickt werden. Weitere Informationen: www.brennpunktkamerun.org 

Partnerschaft braucht zwei Hände

Über den Jahreswechsel 2015/2016 machte sich eine 6-köpfige Delegation
aus dem Kirchenbezirk Göppingen unter der Leitung von Annemone Hilsenbeck (Bad Boll) zu einer 3-wöchigen Reise nach Kamerun auf. Weitere Teilnehmer waren:
Werner Banzhaf (Heiningen), Gabriele Keller (Göppingen), Roland Lehr (Göppingen),
Nadine Müller (Göppingen), Erika Schwarz (Rechberghausen).

Mit offenen Armen und großer Gastfreundschaft wurde die Gruppe in Wum empfangen.
Im Zentrum standen Besuche bei vielen Kirchengemeinden, Feiern von gemeinsamen Gottesdiensten und Begegnungen mit den verschiedenen kirchlichen Gruppen wie
Frauengruppen, Männergruppen, Jugendgruppen und der Sunday School.
Die Delegationsgruppe konnte an einer Sunday School Rallye teilnehmen, an
welcher die Kinderkirchgruppen des Raumes Wum ihr Können in einem
Wettbewerb unter Beweis stellten.
Besucht wurden auch Projekte, welche von Göppingen unterstützt werden.
Im Canaan Children Project wird für 100 Waisenkinder das Schulgeld bezahlt.
Die zuverlässige Wasserversorgung für das Health Center in Weh wurde mit Göppinger Hilfe ermöglicht. Die Unterstützung des Health Centers soll in den nächsten Jahren
verstärkt werden.
Im Eyeglasses Project wurden Kinder augenärztlich untersucht und
mit passenden Brillen versorgt.
Durch das Palmölplantagen Projekt konnten bereits Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Plantage wurde durch ein Farmhaus ergänzt. Die Produktion von Palmöl wurde weiter gesteigert.
Weitere Arbeitsplätze werden durch ein Bäckerei- und ein Schneiderei Projekt
geschaffen.
Im zweiten Jahr beteiligt sich die Partnerschaft mit einer Stelle im Rahmen des
Ökumenischen Freiwilligen Programms (ÖFP) der EMS. Ein Freiwilliger
arbeitet für ein Jahr an der Internat Schule der PCC in Wum mit.
„Partnerschaft braucht zwei Hände“ sagt Edward Cheng, der die Leitung der Partnerschaft auf kamerunischer Seite in den Händen hält.
Moses Nchoto Shu, der Dekan des Kirchenbezirks, betonte immer wieder, wie
bedeutsam die Partnerschaft und die Solidarität für die Menschen im Kamerun ist.
Sehr erfreulich ist auch, dass die HIV/AIDS Rate in den letzten 10 Jahren von 12% auf
6 % sich halbierte. Grund ist hierfür die verbesserte Aufklärung und die Versorgung
mit antiretroviralen Medikamenten. Auch Malaria ist weiter zurück gegangen.
Der Göppinger Kirchenbezirk freut sich schon auf den Besuch der Kameruner Delegation
in zweieinhalb Jahren.

Werner Banzhaf

Aussendung der Delegation für die Partnerschaftsreise Menchum

Es ist mal wieder so weit.

Am 28.12.2015 wird eine sechsköpfige Delegation nach Wum in Kamerun aufbrechen, um den dortigen Partnerbezirk Menchum der Presbyterian Church in Cameroon (PCC) für 18 Tage zu besuchen. Es handelt sich dabei bereits um die
achte Delegationsreise der seit 36 Jahren bestehenden Partnerschaft.

In der Herbstsynode am 16. November 2015 stellte Dekan Ulmer die Delegationsmitglieder vor und entsandte sie mit dem Segen Gottes:

Annemone Hilsenbeck , Bad Boll, Leitung der Delegation

Werner Banzhaf, Heiningen

Gabriele Keller, Göppingen

Roland Lehr, Göppingen

Nadine Müller, Göppingen

Erika Schwarz, Rechberghausen

Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Die Visa sind besorgt und die nötigen Impfungen abgeschlossen. Die letzten Besorgungen werden noch erledigt.

Auch auf kamerunischer Seite sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Die Göppinger Gäste und die Begegnungen mit ihnen werden dort schon mit Spannung und Vorfreude erwartet.

Im Mittelpunkt dieser Reise werden die vielfältige kirchliche Arbeit im kamerunischen Partnerbezirk und das gemeinsame Feiern lebendiger Gottesdienste stehen. So wird die Delegation Kirchengemeinden im Bezirk Menchum und deren Einrichtungen wie Sunday-School, Frauen-, Männer- und Jugendarbeit sowie kirchliche Schulen, aber auch staatliche Einrichtungen, Betriebe und traditionelle Stammesführer besuchen. Außerdem wird es Besichtigungen und Gespräche zu Projekten geben, welche vom Göppinger Kirchenbezirk unterstützt werden: Das Aids-Waisen-Projekt „Canaan Children-Project“, das Gesundheitszentrum in Weh, die Palmölplantage bei Benakuma oder das Eyeglasses-Project für CCP-Kinder und –Jugendliche.

Der Delegation werden sich Ingrid und Leon Held aus Eislingen anschließen, um ihren Sohn und Bruder Moritz in Wum zu besuchen, der sich dort seit September 2015 für einen Freiwilligendienst in der Highschool der PCC aufhält.

 

Delegationsbesuch 2013

Die Gäste aus Kamerun beim "AllerWeltsFest"

Der Kirchenbezirk Göppingen bekam vom 13.06.13 - 03.07.13 Besuch aus dem Partnerbezirk Menchum in Kamerun.

Diese Delegation bestand aus:

  • Dekan George Anjoambum - Leiter der Delegation
  • Mrs. Esther Tegha - Vorsitzende der Bezirkssynode
  • Dr. Edward Cheng - Verantwortlicher des Canaan-Children-Project, Vertreter der Mänerarbeit (CMF)
  • Rev. Moses Shu - Rechner des Kirchenbezirkes Menchum
  • Mrs. Kwa Hope Mbi - Verantworliche der Frauenarbeit (CWF) - Musik

In zahlreichen Veranstaltungen und Begegnungen wurden die Gäste aus Kamerun willkommen geheißen. Auch nach über dreißig Jahren der Partnerschaft war es deutlich, dass die gewachsenen Beziehungen tragfähig sind und bleiben!

 

 

Begeistert für Kamerun

Einstimmig ist Annemone Hilsenbeck aus Dürnau bei der Herbsttagung der Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Göppingen zur Vorsitzenden des Ausschusses für die Pflege der Partnerschaft mit dem Evangelischen Kirchenbezirk Menchum in Kamerun gewählt worden. Die Partnerschaft der Göppinger zu den afrikanischen Mitchristen besteht seit 1980. Durch gegenseitige Besuche wird sie lebendig gehalten. Die Religionspädagogin Annemone Hilsenbeck war schon zweimal Mitglied der Göppinger Besucherdelegation in Kamerun. „Ich bin von Afrika begeistert“ sagte sie bei ihrer Vorstellung vor der Synode. Sie berichtete von erfreulichen Fortschritten bei den vom Göppinger Kirchenbezirk unterstützten Entwicklungsprojekten in Kamerun. So hätten die Partnerchristen in diesem Jahr schon zum dritten Mal eine gute Ernte in der von Göppingen finanzierten Palmölplantage einbringen können. Dank vieler Opfer und Spenden aus dem Göppinger Bezirk sei es jetzt auch möglich geworden, mehr Aids-Waisen als bisher im Canaan Children Projekt zu fördern. Ihre Zahl stieg von 30 auf 70. Das Canaan Children Project wird von den beiden Kirchenbezirken Göppingen und Menchum/Kamerun getragen. Es hat zum Ziel, Aids-Waisen in Kamerun eine Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen. Die Mittel für das Projekt kommen im Wesentlichen aus Gottesdienstopfern, Aktionen und Spenden. Hilsenbeck kündigte an, dass im Juni 2013 wieder eine Delegation aus dem Kameruner Partnerbezirk nach Göppingen kommen werde.


Pressemitteilung des Evangelischen Kirchenbezirks Göppingen
Pressepfarrer Walter Scheck, Stiftstr.15, 73035 Göppingen-Faurndau,
Datum:  06.11.2012