Kamerun-Partnerschaft im Kirchenbezirk Göppingen freut sich über großzügige Spende

Händewasch-Hilfe für Kamerun
Händewaschen können ist in Kamerun nicht selbstverständlich, im Angesicht von CoVid19 aber lebensnotwendig. Umso mehr freut Annemone Hilsenbeck sich an einem Scheck über genau 4950 Euro von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden Württemberg (SEZ). Damit sollen in der Region Menchum unter anderem Wassertanks beschafft werden, die anstelle einer Leitung die nötige Händehygiene ermöglichen.
Bereits seit über 40 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der evangelischen Kirche in Göppingen und der presbyterianischen in Menchum – eine der ältesten Kirchenpartnerschaften in Württemberg überhaupt.
Die Situation in Menchum ist jedoch angespannt. Nicht nur wegen der Pandemie. Seit Monaten tobt in Kamerun ein blutiger Bürgerkrieg. Dass Menchum eher abseitig liegt, mag hier ein Vorteil sein, meint Hilsenbeck. Aber dennoch liegt auch in Menchum am Boden, was in langen Jahren Partnerschaftsarbeit aufgebaut wurde: Schulen und Krankenhäuser, darunter das kircheneigene Health Center, sind zerstört. Gemeinsam mit Helmut Klatt, der bereits dreimal eine solche Delegationsreise geleitet hat, konnte die Vorsitzende im März noch Menchum besuchen.
Zu den aktuellen Herausforderungen gehört allein schon der Transport. Die einzige hochwertige Zufahrtsstraße ist zerstört. Umleitungen durch die Wildnis sind nicht nur zeitraubend, sondern auch gefährlich. Die nötigen Begleitfahrzeuge zum Schutz der sauberen Fracht lassen die Transportkosten in die Höhe schießen.
Die Lieferung von Wassertanks ist aber nur der Aufhänger, betont Hilsenbeck. Im Vordergrund steht bei dem Projekt der „Bildungs-Benefit“: Ziel ist es, hygienische Verhaltensweisen einzuüben und ein Bewusstsein dafür zu schärfen. So ist auch diese Aktion als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht. Zusätzlich wird das ebenfalls von der Partnerschaft unterstützte Frauenprojekt WomanCenter Mundschutzmasken für Bedürftige nähen.
Enge direkte Kontakte ermöglichen, dass die Hilfe ganz unmittelbar ankommt. Hilsenbeck und Klatt schauen aber auch weiter in die Zukunft: Friedensbildung, Befähigung gerade von Frauen und Schulspeisung etwa im Canaan Children Project treiben sie nach wie vor um. Aber erst einmal, so fürchten sie, wird die gesamte Infrastruktur neu aufzubauen sein.
Mit Wohlwollen begleitet der evangelische Dekan Hartmut Zweigle das Projekt, mit dem er in den ersten acht Monaten seines Dienstes in Göppingen schon intensiv Bekanntschaft machen konnte. Neben vielen anderen Spendern fördert auch das Evangelische Jugendwerk (ejgp) Kamerun mit seiner jährlichen Ostereieraktion.

Mögliche Bildunterschrift: Dekan Hartmut Zweigle, Partnerschaftsvorsitzende Annemone Hilsenbeck und Kamerun-Kenner Helmut Klatt (v.l.n.r.) haben in einer Ausschreibung fast 5000 Euro für den Göppinger Partnerkirchenbezirk Menchum gesichert. Foto: Ev. Kirchenbezirk/Steffens