„Streitfall Antisemitismus“

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Wolfgang Benz, Berlin
Veranstaltung im Rahmen der Weltwoche für Frieden in Palästina und Israel
Freitag, 18. September 2020, 20 Uhr
Ökumenisches Gemeindehaus Heiningen, Lange Straße 2

Prof. Dr. Benz ist Historiker und ehemaliger Direktor des Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin

Das uralte Vorurteil gegen Juden hat viele Ausprägungen: Dem christlichen Antijudaismus folgte der rassistische Antisemitismus, der im Holocaust mündete. Aus Schuldgefühlen und Scham entstanden neue Ressentiments, aus politischem Kalkül Antizionismus als Feindschaft gegen Israel. Zu fragen ist nach historischen Wurzeln und aktuellen Ausprägungen sowie nach politischer Instrumentalisierung des Problems. Der Vortrag sucht Antworten in der Auseinandersetzung zwischen Judenhass und kritischer Empathie zu Israel.
Der Historiker Prof. Benz wird das von ihm jüngst im Metropol Verlag herausgegebene gleichnamige Buch vorstellen, anschließend besteht die Möglichkeit zu Rückfragen und Meinungsaustausch.
Wolfgang Benz, Historiker, bis März 2011 Professor und Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Gastprofessuren u.a. in Australien, Bolivien, Nordirland, Österreich und Mexiko, zahlreiche Publikationen zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, zu Nationalsozialismus, Antisemitismus und Problemen von Minderheiten. Zuletzt: Im Widerstand: Größe und Scheitern der Opposition gegen Hitler (2019).
15 AutorInnen aus Wissenschaft und Politik tragen in dem Buch „Streitfall Antisemitismus, Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen“ zu Aufklärung und Differenzierung bei. Auslöser für das Buch seien die Kritik am zurückgetretenen Direktor des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, und die Antisemitismusvorwürfe gegen den südafrikanischen Geschichtsphilosophen Achille Mbembe gewesen – laut Benz nur zwei von vielen Beispielen für, wie er es nennt, „politisch angetriebenen denunziatorischen Aktionismus“, der öffentliche Debatten erschwert oder unmöglich macht.

Veranstalter: Ökumenisches Palästina-Partnerschaftsteam der Evangelischen Kirchengemeinde Eschenbach-Heiningen

In Kooperation mit:
Evang. Erwachsenenbildung Kirchenbezirk Göppingen
Sozialer Friedensdienst Göppingen e.V.
Pax Christi Diözese Rottenburg-Stuttgart