Verabschiedung von Pfarrer Ekkehard Käss

Bericht vom Abschiedsgottesdienst mit Pfarrer Ekkehard Käss
Schwungvoll begrüßte der Chor „Joyful Voices“ unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Gerald Buß die Gottesdienstgemeinde, die zahlreich in der Stadtkirche erschienen war, um sich von Pfarrer Ekkehard Käss, der 22 Jahre Pfarrer in der Martin-Luther-Gemeinde war, zu verabschieden.
Für seine Abschiedspredigt hatte Pfarrer Käss einen Abschnitt aus dem 9. Kapitel alttestamentlichen Buch des Predigers gewählt: trotz aller Mühe des Lebens soll die Freude über das, was im Leben schön ist, nicht zu kurz kommen. Pfarrer Käss stellte seine Worte unter das Thema Dankbarkeit, welche eine Form des Glückes sei. Er verriet, dass er noch keinen festen Plan habe, was er im Ruhestand mache, dass er sich auf jeden Fall in schweren Zeiten voller Dankbarkeit an die Momente des Glückes und des Genusses erinnern wolle und von ihnen zehren wolle.
In seiner Entpflichtungsrede erinnerte Dekan Hartmut Zweigle daran, dass Pfarrer Käss 38 ½ Jahre im Dienst der Landeskirche stand. Nach dem Vikariat in Walddorfhäslach war er ab 1987 Pfarrer in Wiesensteig und wechselte 11 Jahre später auf die Göppinger Pfarrstelle im Bodenfeld. Er erinnerte an die Jugendarbeit Boje (Bodenfelder Jugendeinrichtung), die anfangs ein Schwerpunkt von Pfarrer Käss war. Dieser habe in seiner Gemeinde sehr gerne Besuche gemacht, im gesamten Kirchenbezirk Vertretung im Religionsunterricht gemacht oder in der Göppinger Gesamtkirchengemeinde, jetzt Verbundkirchengemeinde viele Gottesdienstvertretungen und Vertretung bei Beerdigungen übernommen. Für diese Form der Kollegialität dankte Dekan Zweigle Pfarrer Käss ausdrücklich. Er merkte an, dass durch den Mitgliederschwund der Bodenfelder Pfarrdienst auf steinigem Boden erfolgt sei und versprach, dass sich die Verbundkirchengemeinde nicht aus dem Bodenfeld zurückziehen werde.
Ein Stehempfang unter Corona-Bedingungen schloss sich dem Gottesdienst an, bevor die „Joyful Voices“ die Gemeinde musikalisch zu Grußworten wieder in die Stadtkirche lockten.
OB Guido Till stellte in seinem Grußwort die Quartiersentwicklung des Göppinger Bodenfelds in den Mittelpunkt. Eine Sache, in der der OB sehr viele Berührungspunkte mit Pfarrer Käss hatte. Schuldekanin Annette Leube zeigte sich augenzwinkernd von der Popularität des „Ekkehard“ überrascht. Bei einer Stippvisite auf dem Weg nach Berlin habe sie im Naumburger Dom neben der berühmten Stifterfigur Uta deren Ehemann Ekkehard aus dem Geschlecht der Ekkehardiner entdeckt.
Die Vorsitzende des Kirchengemeinderates (KGR) der Martin-Luther-Gemeinde Monika Maier stellte die gelungenen gemeinsamen Momente in den Mittelpunkt ihres Grußwortes, bevor ihre KGR-Kollegin Noémi Kiss und Alt-KGR Roland Lehr sich mit einer Rose verabschiedeten. Die Rose stand stellvertretend für die Blumen, die sich Pfarrer Käss von einem Gutschein besorgen kann. In ihrem Grußwort für die Göppinger Kollegenschaft würdigte die Autorin dieser Zeilen das zuweilen „schrille“ Outfit des Kollegen, aber noch viel mehr seine Bereitschaft zur kollegialen Vertretung und seine generöse und solidarische Haltung beim Verkauf „seiner“ geliebten Martin-Luther-Kirche. Die Kolleginnen und Kollegen zeigten sich mit einem Gutschein für den Akkordeonunterricht, den Pfarrer Käss im Ruhestand in Angriff nehmen will, großzügig. Otto Herrmann, der Vorsitzende des Kirchengemeinderates der Waldeckgemeinde, in der Pfarr Käss sehr viele Predigtdienste und Vertretungsdienste übernommen hatte, erwähnte den seltenen Vorgang, dass er einen Pfarrer zwei Mal verabschieden müsse. Einmal in seinem letzten Gottesdienst in der Waldeckgemeinde und jetzt in seinem Abschiedsgottesdienst. Nicht zuletzt ließ es sich die Vorsitzende der Verbundkirchengemeinde Miriam von Buch nicht nehmen, Pfarrer Käss viel Kraft und Schwung für die kommende Zeit zu wünschen, was sie mit einem großen Geschenkkorb voll vitaminreicher Früchte unterstrich.
Pfarrer Käss dankte abschließend allen Mitwirkenden. Für die Musik im Gottesdienst, für die Bläser und Bläserinnen des Posaunenchores Oberhofen, die bereits vor dem Gottesdienst die Gottesdienstbesucherinnen und – besucher mit wundervollen weithin hörbaren Klängen vom Turm der Stadtkirche empfangen hatten. Er dankte für die Grußworte und guten Wünsche, die ihn in seinen neuen Lebensabschnitt begleiten werden.
Den Stehempfang beschloss KMD Gerald Buß mit einer schwungvollen Klavierfassung des Lobliedes „Nun danket alle Gott“ von Dieter Falk, welches jeder und jede innerlich mitsingen konnte.
„Wir bedanken uns bei Ihnen, lieber Pfarrer Käss, und wünschen Ihnen für den Ruhestand alles Gute und Gottes reichen Segen!“

Göppingen, 18. Oktober 2020 Pfarrerin Mechthild Friz

Foto Privat

Bericht in der NWZ vom 20. Oktober 2020